Wie wollen die Menschen in Zukunft leben?

Heutzutage leben etwa die Hälfte der Menschen in städtischen Gebieten. So viele Bewohner haben die Städte nie zuvor gehabt. Überall auf der Welt zieht es die Menschen vom Land in die Stadt. Insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist diese Entwicklung signifikant. Die Prognosen zur weiteren Entwicklung zeigen wie sehr die Zahlen in den nächsten Jahren steigen werden. Die Vereinten Nationen veröffentlichten Werte, denen zufolge im Jahr 2050 nahezu 70 Prozent der weltweiten Bevölkerung in einem urbanen Lebensraum leben. In Deutschland leben derzeit bereits 73,8 Prozent der Menschen in den Ballungszentren und Städten.

Diese Entwicklung bezieht sich nicht nur auf die Schwellen- und Entwicklungsländer sondern auch auf die Industrieländern. Dieses Phänomen wird als die sogenannte Landflucht bezeichnet. Das Thema ist bereits seit langem in der Gesellschaft bekannt. Jedoch deutet die momentane Entwicklung darauf hin, dass die nächste Ebene erreicht wurde. Damit ist die Weiterentwicklung der Städte gemeint. Diese erfahren eine Renaissance ihrer Kultur- und Lebensform. Die zukünftigen Städte werden anders sein als die heutigen. Um den Ansprüchen der Bewohner zu genügen, müssen diese nachhaltiger und „grüner“ sein. Die Menschen fordern einen vielfältigen und bestens vernetzen Lebensort, der jeglichen Ansprüchen gerecht werden soll. In diesem Zusammenhang spielt das sich stetig verändernde Verhältnis zwischen Bewohner und Stadt eine relevante Rolle.

Wie verändert die Urbanisierung die Immobilienwirtschaft?

Die Urbanisierung erhöht die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum erheblich. Die Generation Y hat nahezu ausschließlich den Wunsch in der Stadt zu leben. Die Menschen dieser Generation Y sind in den früheren 80er bis in die frühen 2000er geboren. Es sind junge Menschen wie beispielsweise Studenten oder Berufseinsteiger, die anspruchsvoll sind. Dies führt dazu, dass die Nachfrage nach kleinen Mietwohnungen und Eigentumswohnungen momentan steigt. In einigen Jahren, wenn diese Menschen älter sind und sich die Bedürfnisse geändert haben, wird darüber hinaus die Nachfrage nach größeren Wohnungen steigen. Zunächst jedoch steigt die Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten, die in der besten Lage, idealerweise in sogenannten Lifestyle-Regionen zu finden sind. Die Zunahme der städtischen Bevölkerungszahlen führt ebenfalls zu einer wachsenden Nachfrage nach zentralen gewerblichen Immobilien, die neben dem Angebot des Arbeitsplatzes große Konferenzräume, eine Dachterrasse und ein Fitnesscenter beinhalten sollten. Auch der Einzelhandel passt sich an. Es ist zu beobachten, dass viele Online Händler auch physische Filialen in den Städten eröffnen. Jedoch werden auch die gewerblichen freien Flächen zunehmend geringer. Wie kann diese Problematik gelöst werden?

Die Urbanisierung fordert die Optimierung des Baubestands

Die Herausforderung besteht darin, die bestehenden Strukturen zu verbessern. Sowohl der Gebäudebestand als auch die Infrastruktur muss optimiert werden. Die zur Bebauungen geeigneten Flächen werden geringer und stetig teurer. Daher stell sich die Frage: Wie können diese ideal bebaut werden? Hierfür werden bestens geschulte und ausgebildete Architekten und Stadtplaner benötigt. Diese Expertise ist notwendig, um innovative und individuelle Konzepte umzusetzen. Beispielsweise bieten ehemalige Fabrikgelände oder ehemalige Häfen ausreichend Fläche für den Bau von attraktiven Wohnungen. Die Umnutzung von bestehenden Gebäuden und die Bebauungen von Baulücken werden auch als Maßnahmen der Nahverdichtung verstanden. Der Grund hierfür ist, dass freie Flächen in den Städten nahezu nicht mehr verfügbar sind. Der Mangel an frei bebaubaren Grundstücken führt dazu, dass die Wohneinheiten tendenziell kleiner sind. Neben diesen für den Lebensstil relevanten Thematiken ändern auch die neuen Ökologie- und Nachhaltigkeitsfragen den Bau in der Stadt. Neue und alte Immobilien müssen den Ansprüchen hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz entsprechen. Dies steigert die Kosten für Wohnraum zusätzlich.

Was sind die Gründe für die zunehmenden Bevölkerungszahlen in der Stadt?

Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben. Dies ist die Folge der wachsenden Industrialisierung. Aufgrund dieser Entwicklung gibt es auf dem Land zunehmend weniger Arbeitsplätze. Die Städte hingegen bieten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Die Städte von heute sind bestens vernetzt. Der einstige Ruf der Stadt, dass diese stickig und verdreckt sei, ist längst Geschichte. Die Zeiten haben sich grundlegend geändert. In den 70er Jahren galten hauptsächlich die ländlichen Regionen und die städtischen Gegenden als wohlhabende Wohngegenden. Heute sind es die innerstädtischen Wohnungen und Grundstücke, die die höchste Wertentwicklung vorweisen können. Diese Behauptung soll anhand eines Beispiels betont werden. IM Jahr 1908 lag der Kauf-Preis für einen Quadratmeter Wohnraum in der Innenstadtlage bei umgerechnet 2,50 Euro. Im Jahr 2012 bezahlte man hingegen 8,12 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche in der Innenstadt. Zwischen 1980 und 2012 ist der Preis um 180 Prozent gestiegen. Ähnliche Entwicklungen gibt es in den Metropolen Hamburg, Berlin und Frankfurt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen hat die Lebensqualität in den Städten stark zu genommen. Die städtische Infrastruktur ist um ein vielfaches besser als die Infrastruktur auf dem Land. Die Mobilitätsstrukturen sind effizient und das Angebot an Arbeitsplätzen ist attraktiv. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und die kulturellen Angebote nahezu grenzenlos. Die Plätze mit der höchsten Lebensqualität sind einer aktuellen Studie von Mercer zufolge Wien, Zürich und Genf.