Der Wertewandel bei Immobilien: Individualisierung und Nachhaltigkeit

Das Leben der Menschen ist in stetigem Wandel und die Immobilienwirtschaft ist ein Spiegel dieser Entwicklungen. Wer dachte die Immobilienwirtschaft wird dabei immer den gleichen Kriterien folgen, der wird festgestellt haben, dass neuerdings einige neue Trends in den Vordergrund gerückt sind.

Damit Investitionen in die Immobilen profitabel sind sollten daher die neuen Trends beachtet werden. Im Folgenden wird der Wertewandel aufgezeigt und wie Sie am besten auf die Änderungen in der Immobilienwirtschaft reagieren können.

Entwicklung nach der Finanzkrise

Nach der Finanzkrise konnten bereits einige wenige Phänomene beobachtet werden. Dabei stechen die Urbanisierung, die Individualisierung und die Nachhaltigkeit heraus. Ganz wesentlich ist allerdings, dass die Finanzkrise aufgezeigt hat, dass klassische Finanzprodukte nicht immer so sicher sind, wie angenommen. So können auch die vermeintlich sichere Investitionen zu Verlusten führe.

Investoren flüchten sich daher immer häufiger in Sachwerte. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass dies nicht nur ein kurzfristiges Phänomen ist, sondern seit der Finanzkrise konstant beobachtet werden kann. Es ist also nicht nur von einem kurzfristigen Trend zu sprechen, sondern von einem langfristigen Wertewandel.

Besonders die Investitionen in Eigentumswohnungen werden hierbei herausgestellt. Dabei ist zum Beispiel in Wien ein konstanter Preisanstieg zu verzeichnen, der auch in Zukunft nicht einbrechen wird.

Allerdings bedeutet dies nicht, dass Investitionen in Eigentumswohnungen oder Immobilien eine sichere Rendite abwerfen. Vielmehr müssen Investoren auf den geänderten Lebenswandel eingehen und die Immobilien müssen diesen Werten entsprechen.

Der individuelle Lebensstil im Fokus

Eine der größten Veränderungen des letzten Jahrzehnts ist die steigende Individualisierung. Nicht nur bei Konsumgütern, wie zum Beispiel Fahrzeugen oder anderen Produkten ist eine steigende Individualisierung zu beobachten, sondern auch bei den Haushalten ist zu beobachten, dass diese eine immer kleinere Personenzahl vereinen.

So treten Individualhaushalte mit einer Einzelperson immer mehr in den Vordergrund. War im Jahre 2009 noch eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 2,09 festzustellen, so wird diese Haushaltsgröße auf durchschnittlich 1,88 Personen im Jahre 2030 abnehmen. Zumindest ist nach der aktuellen Prognose davon auszugehen.

Auch wenn dies im ersten Moment nicht nach einer großen Veränderung aussieht, beschreibt diese Zahl eindrücklich, dass die Zahl der Einpersonen Haushalte stark zunehmen wird.

Nicht nur die Haushaltsgröße, auch die Lebensweise hat sich stark gewandelt. So erfordert das Arbeitsleben häufig eine größere Flexibilität in der Lebensplanung und es kann selten eine langfristige Planung durchgeführt werden.

Dies bedeutet, dass als Vermieter häufigere Mieterwechsel zu beobachten sind. Wohingegen in den vergangenen Jahrzehnten, der Arbeitsplatz noch relativ konstant war, sind jetzt nicht nur häufigere Arbeitsplatzwechsel, sondern auch Ortswechsel zu beobachten.

Nachhaltigkeit tritt in den Vordergrund

Die Umweltbilanz und die Nachhaltigkeit wird auch in der Immobilienwirtschaft ein immer gewichtigerer Faktor. Dies fängt bei kleineren Maßnahmen, wie zum Beispiel gut abgedichtete Fenster an und hört bei der Gesamtbilanz eines Hauses auf.

Hierbei wird eine Gesamtbilanz von der Bauphase bis zur Entsorgung aufgestellt. Es wird also nicht nur der laufende Verbrauch und die Bilanz betrachtet, sondern auch alle sonstigen Umwelteinflüsse.

Auf diese Weise soll eine Bilanz aufgestellt werden, die den Einfluss auf die Umwelt ganzheitlich darstellt.

Die Motive für den neuen Fokus auf eine günstige Energiebilanz sind dabei vielfältig.

Natürlich ist eine bessere Energiebilanz auch mit niedrigeren Kosten verbunden. Bei steigenden Energiepreisen ist dies sicher ein Faktor, der eine große Rolle spielt. Zudem ist Umweltschutz modern und viele Bewohner möchten eine möglichst niedrige Belastung für die Umwelt darstellen.

Ausblicke und zukünftige Entwicklungen

Neben den Fragen des individuellen Lebensstils und der Nachhaltigkeit gewinnt zudem die Urbanisierung an Bedeutung.

Immer mehr Menschen, gerade im jungen Alter werden ihren Wohnsitz in städtische Regionen verlegen. Dort sind attraktive Arbeitsplätze und auch das Freizeitangebot ist um einiges besser.

Dies bedeutet in der Immobilienwirtschaft, dass gerade für die Zielgruppe der Single-Haushalte im jüngeren Alter Angebote geschaffen werden müssen. Hierbei muss ein Kompromiss aus bezahlbaren Mieten und einem guten Wohnungsmarkt gefunden werden.

Für Investoren sicherlich attraktiv sind hierbei Wohnungen mit einer relativ geringen Quadratmeterzahl, die für einen Single-Haushalt ausreichend sein wird.